Maschenware & Struktur

Mesh und Piqué: atmungsaktive Polyesterstrukturen

Wie die poröse Struktur von Polyester-Mesh (Netzware) und Piqué-Maschenware Luftstrom und Schweiß steuert — und wo sie in der Sportbekleidung eingesetzt wird.

5 Abschnitte 5 Begriffe ~2 Min.

Mesh (Netzware) und Piqué sind zwei grundlegende Performance-Strukturen, in denen Polyestergarn zu offenen, porösen Maschenwaren gestrickt wird. Beide schaffen an der Oberfläche gezielte Luftpolster und verbessern so Atmungsaktivität und Feuchtigkeitstransport; deshalb kommen sie in der Sportbekleidung häufig zum Einsatz — bei Spieltrikots, Trainingsshirts und Futter.

Die Piqué-Struktur

Piqué entsteht aus einer Kombination von Maschen und Fangmaschen (tuck) und zeigt auf der rechten Warenseite kleine wabenartige Erhebungen. Dieses leichte Relief verhindert, dass sich das Gestrick flach an die Haut legt. Zwischen Körper und Gestrick bleibt eine dünne Luftschicht — das dient dem taktilen Komfort ebenso wie der Luftzirkulation. Das klassische Polohemd verdankt seine charakteristische Oberflächenstruktur genau diesem Piqué.

Die Mesh-Struktur

Mesh ist eine offene, durchbrochene Struktur, die durch gezielte Flottungen (miss) und Maschenübertragungen im Gestrick entsteht. Die Lochgröße lässt sich einstellen, von feinen mikroporösen Netzen bis zu sichtbar großen Öffnungen: je offener das Loch, desto höher der Luftstrom und desto leichter die Ware. Rückenpartien von Spieltrikots, Belüftungszonen im Achselbereich und Innenfutter sind typische Einsatzgebiete.

Warum Polyester?

Texturiertes Polyester-Filamentgarn (DTY) verteilt den Schweiß dank geringer Feuchtigkeitsaufnahme und kapillarer Kanäle auf der Oberfläche und unterstützt damit schnelles Trocknen. Die Luftpolster in Mesh und Piqué beschleunigen dieses Trocknen zusätzlich; die Feuchtigkeit bleibt nicht an der Oberfläche, sondern verdunstet. Die hohe Festigkeit des Polyesters sorgt dafür, dass offene Strukturen ihre Weiterreißfestigkeit auch an den Lochrändern behalten.

Worauf beim Entwurf zu achten ist

  • Offeneres Mesh mit größeren Löchern = mehr Luftstrom, aber weniger Blickdichtheit und Festigkeit.
  • Piqué ist weniger offen als Netzware: Komfort und texturierte Optik stehen im Vordergrund, die Blickdichtheit bleibt erhalten.
  • Offene Strukturen sind maßlich unruhiger (geringere Dimensionsstabilität); Thermofixieren und die richtige Wahl des Flächengewichts sind für die Stabilität entscheidend.
  • In Kombination mit einer feuchtigkeitsleitenden Ausrüstung (wicking finish) steigt die Leistung deutlich.
  • Gemischte Panelkonstruktionen – etwa Mesh am Rücken und ein blickdichter Rumpf – bündeln die Belüftung dort, wo sie gebraucht wird.

Typische Einsatzgebiete

  • Spiel- und Trainingstrikots (Rücken-/Seitenpartien)
  • Polos und Performance-Shirts (Rumpf in Piqué)
  • Futter für Sportschuhe und Taschen
  • Futter für Unterwäsche und belüftete Oberbekleidung

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